Jobkrise: Was Sie tun können, wenn Sie mit Ihrem Job unzufrieden sind

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„Mir gefällt mein Job auch nicht mehr, aber bis zur Rente sind es ja nur noch wenige Jahre…“ sagte ein Kollege in der Kaffeeküche einmal zu mir, als ich ihn fragte, ob ihm noch gefällt, was er täglich tut. Denken Sie auch so? In diesem Blogartikel habe ich Tipps zusammengestellt, was Sie gegen die Unzufriedenheit im Job tun können.

Nur noch wenige Jahre durchhalten? Auch nur drei bis vier Jahre sind Lebensjahre, in denen Sie einen Großteil Ihrer Zeit mit einer Tätigkeit verbringen, die Ihnen keine Freude macht.

Mit Ihrer Unzufriedenheit im Job sind Sie nicht allein, denn eine Gallup-Studie aus dem Jahr 2019 zeigt: Rund 16 Prozent (also sechs Millionen) aller Arbeitnehmer in Deutschland haben innerlich gekündigt. Davon sind 650.000 wechselbereit und suchen nach einem neuen Job. 69 Prozent der Arbeitnehmer verrichten lediglich Dienst nach Vorschrift (25,59 Millionen) – und kein bisschen mehr. Das geht ins Geld, denn der volkswirtschaftliche Schaden dieser Unzufriedenheit wird von Gallup mit bis zu 122 Milliarden Euro jährlich beziffert. Nur 15 Prozent der Arbeitnehmer übrigens sind zufrieden im Job und sind mit Hand und Herz dabei.

Unzufriedenheit im Job: Warum tut man sich das nur an?

So viele vermeintlich gute Gründe halten uns davon ab, eine unerwünschte Situation zu ändern:

  • Das Gehalt, das regelmäßig auf mein Konto fließt.
  • Meine finanziellen Verpflichtungen, das Haus das abbezahlt werden muss.
  • Der schicke Firmenwagen.
  • Mit über 45 bekomme ich nicht so leicht einen neuen Job.
  • Überhaupt: Bewerbungen, ich weiß gar nicht mehr wie man das heute macht!
  • Und dann der Gedanke: Vielleicht wird ja bald alles besser? Bestimmt erkennt jemand bald mein Talent und ich werde befördert. Oder der nächste Chef wird viel besser. Oder ein Lottogewinn ändert alles.
  • Und irgendwie geht es ja auch, den Kollegen geht es auch nicht besser.

Zusammen zu schimpfen und über frühere Zeiten zu sprechen, in denen alles besser war, schweißt auch zusammen. Irgendwie wird man die Zeit schon hinter sich bringen, Zähne zusammenbeißen und durch! Der nächste Urlaub ist ja auch schon in Sicht!

Alles bleibt so, wie es ist?

„Nichts ist beständiger als der Wandel“ das wusste schon der Grieche Heraklit (ca. 500 Jahre vor Christus) und auch Charles Darwin (1809 – 1882) soll diese Weisheit kundgetan haben. Doch nichts zu verändern, hat oft negative Auswirkungen. Fragen Sie sich doch mal…

  • Wenn Sie keine Lust mehr auf den Job haben, wie wird sich das auf die Qualität Ihrer Arbeit auswirken? Sind Sie dann noch kreativ und wirken aktiv an bevorstehenden Veränderungen mit?
  • Glauben Sie, dass Sie mit dieser Haltung für Ihren Arbeitgeber als Mitarbeiter noch attraktiv sind? Warum sollte er Sie behalten?
  • Die aus meiner Sicht jedoch wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: Was macht diese Situation mit Ihnen? Wie beeinflusst der ständige Frust im Job ihr Leben? Auch eine starke Partnerschaft verträgt nur begrenzt ständig schlechte Laune und Grummel-Geschichten über den Job. Wie steht es mit Ihren Zielen und Wünschen, die Sie einmal hatten? Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Passivität versus Selbstwirksamkeit

Die Hoffnung auf den Lottogewinn, der Wunsch nach dem neuen Chef, das Warten auf die Rente haben alle etwas gemeinsam: Die Lösung soll von außen kommen. Dadurch geben Sie die Zügel aus der Hand und sind fremdbestimmt. Es ist eine Haltung der Passivität, die zwar bequem ist, jedoch nicht wirklich glücklich macht, da sie Abhängigkeit bedeutet.

Selbstwirksam zu sein, bedeutet handlungsfähig zu sein, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu setzen, ins Tun zu kommen. Langfristig haben Menschen mit Selbstmotivation, die den Zugang zu ihrer inneren Kraft haben, weitaus höhere Chancen, ihre Lebensqualität zu erhöhen, als Menschen, die fremdmotiviert sind.

Wie Sie Ihre Selbstwirksamkeit stärken können

Neue Gedanken können ein Wegweiser für eine neue Zukunft sein: Gedanken lösen Empfindungen aus, Empfindungen sorgen für Aktionen und Aktionen wiederum sorgen für Resultate. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, den Job zu wechseln, um zufriedener im Job zu sein. Es ist eine Möglichkeit, jedoch nicht die einzige. Andere Gedanken, andere innere Bilder über den Beruf können gezielte Impulse für reales Handeln auslösen, zum Beispiel eine Weiterbildung, wie die Verbesserung der Englischkenntnisse. Das kann eine Chance sein.

Jobsuche: Vom Gedanken zum Handeln

Allerdings bringen die neuen Gedanken alleine noch keine Veränderungen. Wenn Sie sich ein Reiseziel in allen Details vorstellen, ist das eine gute Motivation. Jedoch sind konkrete Handlungen nötig, wie zum Beispiel das Buchen des Hotels oder das Planen der Reiseroute, um Ihre inneren Bilder in Realität zu verwandeln. Oft fehlt es jedoch an Ideen, was man tun könnte, und da ist das Ändern der Gedanken und inneren Bilder ein guter Start.

Darf ich Sie zum Visualisieren einladen?

„Oh je, das kann ich nicht!“ höre ich jetzt den einen oder die andere sagen. Dabei visualisieren Sie tagtäglich. Wenn Sie zum Beispiel einen Reiseführer lesen, oder sich ein neues Fahrrad kaufen wollen oder eine neue Einrichtung planen, imaginieren Sie. Sie stellen sich das gewünschte Ergebnis vor, nehmen es sozusagen vorweg.

Lassen Sie uns beginnen: Denken Sie an eine berufliche Situation, die Sie gerne ändern möchten. Es muss nicht gleich der Job als Ganzes sein, vielleicht gibt es eine einzelne Aufgabe oder ein anstehendes Meeting, das Sie souverän bewältigen möchten.

Am Beispiel eines bevorstehenden, vielleicht schwierigen Gespräches erkläre ich Ihnen die einzelnen Schritte, die Sie dann natürlich auch auf andere Situationen anwenden können.

Stellen Sie sich die Gesprächssituation genau vor. Wer wird dabei sein? In welchem Rahmen wird das Gespräch stattfinden? Je detaillierter Sie sich die Situation vorstellen, desto besser. Überlegen Sie, welche Kleidung Sie tragen werden. Bestimmt haben Sie Kleidungsstücke, die die gewünschten Eigenschaften, wie zum Beispiel Klarheit, unterstützen. Zur Unterstützung können Sie die Situation auch schriftlich beschreiben.

Finden Sie positive Formulierungen

Den meisten Menschen fällt es sehr leicht zu sagen, was sie nicht wollen. Und oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass Gedanken negativ sind. „Ich möchte mich während des Gesprächs nicht schlecht fühlen, ich möchte nicht aufgeregt sein“.

Fragen Sie sich stattdessen: Wie wollen Sie das Gespräch erleben, wie soll es sein? Ich möchte mich gut und wertgeschätzt fühlen, zum Beispiel.

Eine wirkungsvolle Imagination lebt auch von der Wahl der Worte.

Visualisieren: Nutzen Sie Ihre Sinneskanäle

Wir nehmen unsere Umwelt über unsere fünf Sinneskanäle wahr: sehen, hören, riechen und schmecken. Wenn Sie Worte nutzen, die diese Kanäle ansprechen, erreicht Ihre Sprache Ihr Gehirn und die unbewussten Körperreaktionen. „Ich fühle mich leicht und in guter Stimmung, meine Argumente finden Anklang“. Die Worte sollten natürlich zu Ihnen passen und Sie sich damit wohlfühlen. Es ist nicht notwendig, alle Sinneskanäle anzusprechen, wenn Sie drei Kanäle mit Ihrem gewünschten Ergebnis verknüpfen, reicht das aus. Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen, wenn das Gespräch so verlaufen ist, wie Sie es sich vorstellen. Welche positiven Gefühle haben Sie? Spüren Sie das Gefühl bereits jetzt intensiv, das bringt Sie ihrem Ziel wesentlich näher.

Verknüpfungsanker für mehr Erfolg bei Gesprächen

Finden Sie einen Gegenstand oder eine Körpergeste, die Sie an Ihr gewünschtes Ergebnis erinnert. Zum Beispiel einen Kugelschreiber, den können Sie mit zu dem Gespräch nehmen.

Eine Körpergeste kann das Zusammenbringen von Daumen und Zeigefinger sein. Wenn Sie die Körpergeste ausführen, während Sie sich intensiv das gewünschte Ergebnis vorstellen, ist diese damit verknüpft und Sie können das gewünschte Gefühl so jederzeit abrufen.

Konkretes Handeln

Was können Sie in den nächsten Tagen selbst tun, um Ihrem gewünschten Ergebnis näher zu kommen? Schreiben Sie sich drei konkrete Aktionen auf, die Sie selbst beeinflussen können.

Ich begleite Sie gerne bei diesem Prozess.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Herzlichst Ihre Petra Staab

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